Retrospektive: Das war die Gamepathy#2 – Fachtagung für Gamedesign & Digitalspielforschung 2024 in Regensburg

Das Team des Studiengangs Game Design an der IU Internationalen Hochschule hat vom 12.-14. Dezember 2024 zur zweiten Ausgabe der Spielekulturfachtagung “GAMEPATHY#2″ am IU Internationale Hochschule Standort Regensburg eingeladen.. Gamepathy ist eine Wortneuschöpfung aus den Begriffen „Game“ und „Empathie“ und steht als Leitbegriff für die Fachkonferenz als starke Verbindung im interaktiven Medium Game, in der Spielkultur, Lehre und Gesellschaft. Die Fachkonferenz mit spielwissenschaftlichen Beiträgen und studentisch organisiertem, praxisorientiertem Game Jam ist so eine in Deutschland einzigartige Kombination.

Die Planung, Organisation und Durchführung des Events wurden vom Kernteam des IU Internationale Hochschule IU-Studiengangs Game Design (B.A.) übernommen, federführend Prof. Marion Plank, MA , Prof. Nadine Trautzsch , Prof. Jörg Burbach, M.A. , IU-Thorsten Zimprich , Benedikt Schüler und 🎮 Dr. Dr. Rudolf T. Inderst 🎮 . Eine eigene Fachkonferenz bietet Studierenden und Lehrenden eine Plattform, um aktuelle Themen, Trends und Forschungsergebnisse in einem professionellen Rahmen zu präsentieren und zu diskutieren. Sie fördert den Austausch zwischen Akademia und Industrie, ermöglicht wertvolle Kontakte zu Expert:innen und potenziellen Arbeitgeber:innen und stärkt damit insgesamt das Profil des Studiengangs. Darüber hinaus können Studierende ihre Projekte einem breiteren Publikum vorstellen, praxisnahe Einblicke gewinnen und lernen, sich in der Fachwelt zu positionieren. Eine solche Konferenz unterstreicht die Relevanz des Studiengangs und schafft eine aktive, zukunftsorientierte Community.

Ein Organisationsteam aus den Studierenden Tassilo Pöllath (Aufnahmeleitung, Moderation), Nikica Domazet (Regie), Sarah Marie Wegmann (Kamera & Schnitt), Mario Pester (Unterstützung Tassilo, Aufnahmeleitung), Peter Fahrion (Orga2) und Benjamin Lorenz (Moderation Game Jam) plante und organisierte wiederum den Game Jam eigenverantwortlich. Der erste Tag stand ganz im Zeichen des Game-Jam-Auftakts: Die studentischen Teams erfuhren das Motto, unter dem sie in den nächsten 48 Stunden Brett- und Digitalspiele entwerfen und am Ende einer kritischen Jury vorstellen sollten – diesmal lautete es „Mitfiebern“. Ein Game Jam ist für Gamedesign-Studierende eine äußerst sinnvolle Erfahrung, da er praxisnahes Lernen, kreatives Problemlösen und interdisziplinäre Zusammenarbeit fördert. Innerhalb kurzer Zeit müssen sie Ideen entwickeln, prototypen und umsetzen, was ihre Fähigkeiten in Konzeptentwicklung, Teamarbeit und technischem Know-how schärft. Zudem simuliert ein Game Jam reale Produktionsbedingungen der Spieleindustrie, wodurch Studierende lernen, unter Zeitdruck zu arbeiten und kreative Lösungen zu finden. Die intensive Zusammenarbeit mit anderen ermöglicht nicht nur das Sammeln wertvoller Erfahrungen, sondern auch den Aufbau eines Netzwerks, das in der Branche von großer Bedeutung ist.

Den Auftakt zum bildete Lena Falkenhagen, Autorin und Bundesvorsitzende des Verbandes Deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller mit ihrer eindrücklichen Keynote „Zwischen Empathy Machines und Eichman Simulator“ auf der Eröffnungsveranstaltung am 12. Dezember im Degginger in Regensburg.

Lena Falkenhagen, „Zwischen Empathy Machines und Eichmann- Simulator“ (Foto: Trautzsch, N.)

Die anschließende Podiumsdiskussion auf der Bühne und mit einem breiten Publikum aus der Kreativbranche und Studierenden wurde angeregt über die Vielschichtigkeit von Empathie und Vermittlung mittels narrativer Strukturen in Spielen geführt.

Die Keynote und die Diskussion sind als Aufzeichnung auf dem YouTube Kanal der Gamepathy zum Nachsehen.  (https://www.youtube.com/watch?v=C33pdFiMB-8)

Während am 13. Dezember die Spielentwickler:innen und -autor:innen fleißig weiterarbeiteten und ein Radio-Interview mit Deutschlandfunk Kultur (https://www.deutschlandfunk.de/gamepathy-grauzonen-von-spiel-und-gefuehl-dlf-3a7da989-100.html ) für weitere Aufmerksamkeit für die Veranstaltung sorgte, war es schließlich einen Tag später so weit: Gestreamt von Games/Bavaria traten insgesamt elf Speaker:innen an. Nach der Einführung stand die Rolle von Empathie und Utopie in digitalen Spielen im Mittelpunkt. Spätestens an dieser Stelle zeigte sich auch, wie flexibel das Gamepathy-Team ist: Auf den Ausfall eines Speakers, übernahm zunächst 🎮 Dr. Dr. Rudolf T. Inderst 🎮 selbst einen Speaker:innenslot und gab eine kurze Einführung über den Begriff und die Geschichte der Utopie. Auf einen weiteren Ausfall am Nachmittag reagierte Prof. Nadine Trautzsch mit ihrem Vortrag “Gamepathy in der Praxis – Aspekte holistischer( Game)Designforschung und Spielkultur“. Danach war Game Design Student Peter Fahrion am Mikrofon in der „Live Stream Booth“ am Standort Regensburg, mit seinem Vortrag „Das Klagelied und Drama von James Sunderland (Silent Hill 2) – ist dieses Medium noch ein Unterhaltungsprodukt?“

Die Gamepathy Podiumsdiskussion im „Degginger“ – Liveschaltung in den IU Standort Regensburg zum Studierenden Game Jam (v.l.n.r. Rudolf Inderst, Lena Falkenhagen, Screen: Tassilo Pöllath, Marion Plank, Benjamin Lorenz, Foto: Trautzsch, N.)

Prof. Mag. Dr. Sonja Gabriel sprach über „Virtuelle Welten, reale Einsichten – mit Empathie Desinformation bekämpfen“, gefolgt von Dr. Arno Görgen , der „Systemische Dystopien“ (welcher dankenswerterweise auch sehr kurzfristig aufgrund eines weiteren Ausfalls als Speaker gewonnen werden konnte) analysierte. Dipl.-Psych. Nicolas Hoberg beleuchtete in „Humanizing Pixels“ die kognitionspsychologischen Grundlagen von Empathie, während Sarah Marie Wegmann in ihrem studentischen Vortrag die Gesellschaftskritik in Game-Utopien thematisierte. Als Vortragstandem sprachen Dr. Stefan Simond und Tobias Klös über “Sticks, Ropes and Empathic Solitude: The World Relationship of Sam Porter Bridges”. Am Nachmittag widmete sich Prof. Thomas Bremer der Bedeutung von Embodiment in interaktiven Spielwelten, bevor Roberto Zeugner utopische Spiele wie Detroit: Become Human als Ansatz für Empathievermittlung im Ethikunterricht vorstellte.

Moderiert wurde der Stream, der immer wieder auch Raum für Fragen und kurzen Diskussionen bot, von Prof. Marion Plank, MA und Rudolf Inderst. Doch die Gamepathy wäre nicht die Gamepathy, wenn das engagierte IU-Videoteam ( Dorian Goerke & Moritz Veit ) es nicht ermöglicht hätte zwischen den Talks und Zwischenberichten des Game Jams präzise hin- und her zu schalten, um einen Liveeindruck aus der Spieleentwicklung zu geben. Als „Live-Tokens“ wurden IU-Thorsten Zimprich im Bereich „Game Design Handwerk“ und Prof. Nadine Trautzsch als Coach zur visuellen Gestaltung eingesetzt, um die Studierenden in der Umsetzung der Spiele zu unterstützen. Eine zusätzliche logistische und technische Herausforderung bestand in der Anforderung, mehrere Speaker:innen auch vor Ort ebenfalls in den Ablauf zu integrieren – auch das gelang vorbildlich.

Am Abend dann das Finale des Game Jams: eine letzte Übertragung zum Spieletest der zwei analogen Spiele und die Besprechung und Playtesting der zwei digitalen Spiele, bevor gemeinsam angepackt und aufgeräumt wurde, was ebenfalls ein tolles Zeichen für den starken Games-Community-Spirit ist. Klar durfte dann ein gemeinsames Essen von Professor:innen, Organisator:innen und Teilnehmer:innen nicht fehlen, um die Gamepathy#2 ausklingen zu lassen.

Finaler Spieletest des Game Jam Studierenden Team – Analoges Spiel 1 (Foto: Twitch Gamepathy Live Stream, IU Video Team: Dorian Goerke & Moritz Veit)

Ermöglicht wurde das Event durch viele helfende und unterstützende Hände (plus Köpfe!) , Studierenden und Sponsor:innen: Das Forschungsreferat der IU sowie das IU-Team am Campus Regensburg (großen Dank an Christine Schaffner) machten die Fachtagung überhaupt erst möglich. Kassandra Kyei unterstützte uns in vielen großen und Kleinen Dingen als Working Student des Forschungsreferates der IU Internationalen Hochschule. Gefördert wurde das Event vom Amt für Wirtschaft und Wissenschaft Regensburg Kreativbehörde Regensburg. Vielen Dank an das Sponsoring von CipSoft GmbH, Microsoft und getDigital. Vereine wie das Forum Kreativwirtschaft und der game – Verband der deutschen Games-Branche e.V. stärken uns bei unserem ambitionierten Vorhaben, die Forschungslücke von Empathie in Games zu schließen. Vielen Dank ebenso an unseren Medienpartner TITEL kulturmagazin vom Deutschlandfunk Kultur.

Game Jam Studierenden Team – Digitales Spiel 1: Syril Nowak. Sarah Wegmann (Moderation), Benjamin Lorenz(Moderation). Peter Goclik. (Foto: Twitch Gamepathy Live Stream, IU Video Team: Dorian Goerke & Moritz Veit)

… und das alles kann nur eines heißen: Wir sehen uns auf der Gamepathy #3!

YouTubeKanal der Gamepathy + Gamepathy Eröffnung mit Vortrag von Lena Falkenhagen: https://www.youtube.com/watch?v=C33pdFiMB-8

Video-on-Demand der Fachtagung zum Nachsehen und Hören: https://www.twitch.tv/gamesbavaria

Bericht vom Deutschlandfunk Kultur. Das Feuilleton im Radio Deutschlandfunk Kultur: https://www.deutschlandfunk.de/gamepathy-grauzonen-von-spiel-und-gefuehl-dlf-3a7da989-100.html

Zur Gamepathy Homepage: https://gamepathy.de/

Es wird ein Tagungsband mit allen Beiträgen der Gamepathy#2 veröffentlicht werden.

Der Artikel erschien zunächst im Forschungsnewsletter der IU Internationalen Hochschule. Autor:innen 🎮 Dr. Dr. Rudolf T. Inderst 🎮 + Nadine Trautzsch

Profil von Benjamin Lorenz anzeigen

Benjamin Lorenz • 1.Student with an obsession for Writing and Dungeons

Es war mir eine Ehre, Teil dieses schönen Events sein zu dürfen!
Bei Bedarf bin ich bei der nächsten Gamepathy gerne wieder dabei.
Auch nochmal von mir ein großes Dankeschön an alle Menschen, Institutionen und Unternehmen, die es möglich gemacht haben!… mehr

Profil von IU-Thorsten Zimprich anzeigen

IU-Thorsten Zimprich • 1.Professor bei IU Internationale Hochschule

Super Artikel. Super Event. Super Team.Übersetzung anzeigenÜbersetzung dieses Kommentars anzeigen